Die Drei ??? - Spezialgelagert Print - Und Der Dunkle Taipan

Eine alte Bekannte bittet die drei ??? darum auf ihren Hund aufzupassen. Doch das anfangs harmlose Hunde-Sitting ist nur der Auftakt zu einem mysteriösen Fall, der die drei Detektive an geheimnisvolle Orte und in mehr als brenzlige Situationen bringt. Als ihnen klar wird, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht, ist es zu spät - die drei ??? sind in akuter Lebensgefahr.


Die Drei Fragezeichen

Spezialgelagert
Und Der Dunkle Taipan

Hendrik Buchna

Hardcover - 2019.09
ISBN: 9783440154960

Hardcover - 2019.09
ISBN: 9783440157985

Verlag: Kosmos
Seiten: 176


Kapitel
1. Überraschung auf vier Beinen
2. Auftrag aus dem Gefängnis
3. Angriff auf dem Totenacker
4. Kriegsrat
5. Ein Dolch zieht Kreise
6. Böses Spiel
7. Der Wächter von Morley House
8. In der Geistervilla
9. Sein und Schein
10. Die Rückkehr des dunklen Taipans
11. Die Botschaft der Perlen
12. High Noon in Seaside
13. Spiegel der Zeiten
14. Verbrecher wider Willen
15. Die Jäger im Nacken
16. In der Höhle der Schlangen
17. Feind aus der Vergangenheit
18. Stein und Schwert
19. Die drei Musketiere

Überraschung auf vier Beinen
Wie eine unsichtbare Glocke hing die kalifornische Sommerhitze an diesem frühen Nachmittag über dem Gelände des "Gebrauchtwarencenters T. Jonas". Und über der Zentrale der drei ???.
Noch dazu herrschte im Detektivbüro seit Langem totale Flaute, weit und breit war kein Auftrag in Sicht. Vor allem Justus Jonas schlug die Untätigkeit immer stärker aufs Gemüt, was er seine Freunde Peter Shaw und Bob Andrews deutlich spüren liess. Ständig dachte er sich neue Aufgaben aus, um die "detektivische Routine" auch jetzt in den Ferien nicht einrosten zu lassen.
Derzeit stand eine komplette Neusortierung ihres Fall-Archivs auf dem Programm.
Die angespannte Stille in der Zentrale - einem Wohnwagen, der unter einem Berg Gerümpel verborgen auf dem Schrottplatz von Justus' Onkel Titus und seiner Tante Mathilda stand - wurde lediglich vom an- und abschwellenden
Summen des alten Schwenk-Ventilators durchdrungen. Die einschläfernde Gleichtönigkeit dieses Geräuschs nagte neben den hohen Temperaturen zusätzlich an der Konzentrationsfähigkeit.
Leise stöhnend strich sich Peter durchs verschwitzte Haar und tackerte mit der anderen Hand zwei Papierbögen zusammen. Der Zweite Detektiv konnte sich ungefähr siebenundachtzig Orte vorstellen, an denen er sich lieber befinden
würde. Angefangen bei einer Luftmatratze auf dem offenen Pazifik über eine mit Eiswürfeln gefüllte Badewanne bis hin zu einem Iglu am Nordpol. Verärgert deutete er auf den ruckelnden Ventilator. "Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen - diese klapprige Krücke bringt genau null Kühlung, sondern schiebt nur den heissen Mief hier drin hin und her!" Mit leidendem Gesichtsausdruck blickte er seine Freunde an.
"Findet ihr nicht auch, dass es mal an der Zeit wäre, sich eine echte Klimaanlage zu gönnen?"
"Diesem Vorschlag schliesse ich mich an", murrte Bob, während er mehrere lose Notizzettel in eine blaue Mappe steckte.
Mit steil hochgezogener linker Augenbraue blickte der Erste Detektiv von einem Stapel Fotos auf, den er gerade chronologisch ordnete. Dann legte er mit übertriebener Langsamkeit den Kopf schief. "Zwei Fragen zu diesem Thema. Erstens: Habt ihr eine Ahnung, wie teuer eine halbwegs gute Klimaanlage ist? Zweitens: Wie hoch genau waren unsere Einnahmen in der letzten Zeit?"
Auf das betretene Schweigen hin verschränkte Justus die Arme vor der Brust. "Kollegen, auch mir würden problemlos zig Dinge einfallen, die ich bei diesem Wetter lieber machen würde als diesen Bürokram. Aber eine Aufarbeitung unseres Archivs war längst überfällig." Er tippte auf ein vor ihm liegendes Thermometer. "Und da es am Wochenende noch deutlich heisser werden soll, wollt ihr dann ja mit Sicherheit erst recht nicht in unserer kuscheligen Konservendose hocken, stimmt's?"
Statt einer Antwort setzten Peter und Bob stumm die Arbeit fort. Die folgenden zwanzig Minuten verliefen weitgehend ereignislos, wenn man mal von dem mittelgrossen Wutanfall absah, den Justus zwischenzeitlich bekam. In einem unaufmerksamen Moment hatte er einen wichtigen Zeitungsausschnitt mit der falschen Seite nach oben in eine Fallmappe eingeklebt. Beim Versuch, ihn vorsichtig wieder abzulösen, riss das Blatt darunter ein, dessen Rückseite mit Protokollaufzeichnungen eng beschrieben war.
"Mann - heute geht aber auch alles schief!", stiess Justus so laut hervor, dass der zahme Mynahvogel der drei ??? aufgeregt in seinem Käfig zu krächzen begann.
"Da guckste in die Röhre, was?!"
Genervt wedelte der Erste Detektiv in der Luft herum. "Halt den Schnabel, Blacky!"
Besänftigend hob Peter die Hände. "Nun mal immer mit der Ruhe, Chef. Ist doch kein Grund, hier durchzudrehen."
Justus schnaufte kurz, dann straffte er sich. "Du hast ja recht. Ich... bin einfach unterfordert, und dann -"
"...wirst du unausstehlich, schon klar", ergänzte Bob. "Dabei gibt es für das Missgeschick eine ganz einfache Lösung: Ich durchstöbere das Online-Archiv der Zeitung nach dem Artikel und drucke ihn dann aus."
"Gute Idee", pflichtete Peter bei. "Damit überkleben wir das Original, flicken auf diese Weise gleich den Riss und retten auch die Rückseite."
Schmunzelnd blickte Bob zum Ersten Detektiv hinüber. "Währenddessen solltest du dir vielleicht einen Johanniskraut-Tee machen. Der hellt die Stimmung auf."
"Zur Stimmungsaufhellung brauche ich keinen Tee, sondern einen neuen Fall", knurrte Justus. "Aber vielleicht finde ich alternativ ja irgendetwas Schönes im Kühlschrank."
Peter räusperte sich vielsagend. "Wenn du unter - schön - eine halbe Dose Sardinen und vergammelten Orangensaft verstehst, wirst du deine helle Freude haben."
Justus kam nicht mehr dazu, auf diese ernüchternde Information zu reagieren, denn plötzlich erklang draussen ein metallisches Rumpeln und anschliessend energisches Klopfen...

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