Die Drei ??? - Print 197 - Im Auge Des Sturms

"Findet Finley!", stammelt der verletzte Surfer - dann verliert er das Bewusstsein. Doch wer ist Finley? Und welcher Gefahr ist er ausgesetzt? Justus, Peter und Bob begeben sich auf eine rasante Suche kreuz und quer durch Rocky Beach. Im Laufe ihrer Ermittlungen werden die drei ??? auf einen mysteriösen Verfolger treffen, sich gewaltig ekeln und seltsame Notizen finden. Vor allem aber muss Peter seine Fähigkeiten als Surfer unter Beweis stellen. Wird es den drei Freunden gelingen, Finley rechtzeitig zu finden und zu warnen? Die Zeit wird knapp, denn ein gewaltiger Sturm zieht auf!


Die Drei Fragezeichen

Fall 197
Im Auge Des Sturm

Kari Erlhoff

Hardcover - 2018.03
ISBN: 9783440148402

eBook - 2018.03
ISBN: 9783440149614

Verlag: Kosmos
Seiten: 144


Kapitel

01. Wind und Blut
02. Dreck
03. Wipe-out
04. Rostiger Kaffee
05. Das Geheimnis der Gezeiten
06. Tag, Uhrzeit, Ort
07. Nadeln und Sirup
08. Liquid Teal
09. Mission: Wischen!
10. Endstation Las Tunas
11. Eine harte Strafe
12. Zitronenfrische und Hang Five
13. Kryptonit
14. Coconut und Strandräuber
15. Party in Malibu
16. Verfolgung im Dunkeln
17. Mehr Mut als Verstand
18. Eine schwierige Lage
19. Sturm
20. Der Held von Rocky Beach


Wind und Blut

Jemand schrie! Hoch und schrill. Doch die einzelnen Worte gingen im Tosen der Wellen unter. Dann entdeckte Peter Shaw einen Mann und eine Frau, die auf ihren Surfbrettern lagen und hektisch mit den Armen paddelten. Als sie den Zweiten Detektiv sahen, schrien sie erneut los.
"Haie!"
"Drüben bei den Felsen!"
Peter zögerte keine Sekunde. Er begann ebenfalls mit den Armen zu rudern, sprang dann auf sein Board und liess sich von der nächsten Welle in Richtung Strand tragen. Hier, vor der Steilküste von Rocky Beach, waren die Surfbedingungen hervorragend. Allerdings lauerten im Wasser auch einige Gefahren. Im Südosten der Bucht gab es schroffe Felsen, manche davon unsichtbar unter Wasser. Im Nordwesten sorgte eine starke Strömung dafür, dass man leicht aufs offene Meer getrieben werden konnte. Und überdies waren da noch die Haie. Manchmal wurde monatelang kein einziges Tier gesichtet und dann kam es innerhalb weniger Tage zu mehreren Zwischenfällen. Trotzdem zog es die Surfer immer wieder an diese Stelle.
Peter steuerte sein Board in das schäumende Weisswasser. Das war's dann für heute mit dem Surfen. Schade, er war noch gar nicht lange im Wasser gewesen. Aber die Wetterbedingungen waren eh nicht ideal. Die Oberfläche der Wellen wurde immer stärker vom Wind zerblasen.
Die beiden anderen Surfer wateten bereits eilig durch das flache Wasser bis zu dem steinigen Strandstück unterhalb der Steilküste - ohne sich noch einmal zum Meer umzudrehen. Peter hingegen warf noch einen Blick auf den unruhigen Pazifik. Einen Moment lang erwartete er, die graue Rückenflosse des Hais zu sehen, doch das Bild, das sich ihm bot, war um einiges erschreckender! Ein Junge war noch draussen und winkte verzweifelt mit einem Arm, mit dem anderen klammerte er sich an sein Board! Peter erkannte die orangefarbenen Streifen auf dem Neoprenanzug wieder. Er hatte den Jungen heute zum ersten Mal hier gesehen. Bisher hatte der fremde Surfer keine allzu gute Figur auf dem Brett gemacht.
"Spring auf!", dachte Peter. "Nutz die Welle!" Doch die Welle baute sich zu langsam auf. Bevor der Surfer auch nur den Hauch einer Chance hatte, kippte er vom Brett. Wieder schrie jemand. Es dauerte einige Sekunden, bis Peter merkte, dass der Schrei aus seinem eigenen Mund kam.
Draussen auf dem Meer hatte sich der Junge zurück an die Oberfläche gekämpft. Seine Hände krallten sich am Board fest.
"Wir müssen Hilfe holen!", rief einer der beiden Surfer. Trotzdem bewegte er sich kein Stück. Seine Freundin schien ebenfalls wie gelähmt zu sein. Peter löste sich aus seiner Starre. Er liess sein Board fallen und stürzte sich kopfüber ins Wasser. Einen Plan hatte er nicht. Zum Nachdenken blieb keine Zeit.
"Bist du lebensmüde?", brüllte die Frau. "Komm zurück!"
"Den kannst du nicht mehr retten!"
"Wenn ein Hai dich erwischt, gehst du dabei selbst drauf!"
Peter hörte nicht hin. Er tauchte unter einer kleinen Welle hindurch und sah nun das weisse Surfboard des Jungen, das direkt auf ihn zu trieb. Als er fast bei ihm war, rutschte der Surfer vom Brett. Peter tauchte ab, bekam ihn zu fassen und zerrte ihn wieder nach oben. "Rauf aufs Board!", befahl er. Aber der Junge glitt immer wieder ab. Dabei hinterliess er rote Flecken auf dem weissen Lack: Blut, das ins Meer gespült wurde! Einen gefährlicheren Köder für Haie konnte es kaum geben. Was hatte Peter noch über Haiangriffe gelernt? Eine Flut von Verhaltensregeln rauschte durch seinen Kopf. Die meisten davon unbrauchbar: Keine bunten Sachen tragen, niemals blutend ins Wasser gehen, nicht hektisch wegpaddeln. Nicht im Trüben schwimmen. Nicht schwimmen, wenn Beutetiere oder Fischabfälle im Wasser sind. Der Hai ist schneller als ein Schwimmer!
All diese Sätze liefen in Endlosschleife durch Peters Gedanken. Das aufgewühlte Wasser um ihn herum war rot gefärbt. Peter gab es auf, den verletzten Surfer aufs Brett zu schieben. Wie ein Rettungsschwimmer packte er ihn im Schleppgriff. Wenn ein Hai ihn angriff, konnte er ihn vielleicht mit einem Tritt gegen die Kiemen abwehren. Das war die empfindlichste Stelle der Raubfische.
"Halt durch!", brüllte Peter dem Verletzten zu. In erster Linie, um sich selbst zu beruhigen. "Alles wird gut!"
Kaum hatte er die Worte ausgesprochen, wurde er von einer riesigen Welle erwischt. Die Welt drehte sich, oben und unten verschwammen zu einem einzigen Chaos aus Schaum und Wasser. Eine starke Strömung erfasste Peter. Widerstand war zwecklos. Der Zweite Detektiv konnte nichts tun, als den Verletzten festzuhalten. Dann spürte er Boden unter den Füssen. Irgendwo über ihm war Licht. Sein Kopf brach durch die Oberfläche. Er spuckte Salzwasser, hustete, würgte und atmete gierig die frische Morgenluft ein. Links und rechts neben ihm tauchten Beine auf...

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