Die Drei ??? - Print 198 - Die Legende Der Gaukler

Ein Zirkus hält Einzug in die Stadt und mit ihm die schaurige Legende der zwei Lebenden und der drei Toten. Doch die Gaukler schweigen eisern über die seltsamen Phänomene, die die drei ??? in den Bann ziehen - denn wer über die Legende spricht, den überkommt schreckliches Unheil. Keine guten Voraussetzungen für Justus, Peter und Bob, die sich ausserdem fragen müssen, was es mit ihrem mysteriösen Auftraggeber auf sich hat. Können sie das Geheimnis der Gaukler lüften?


Die Drei Fragezeichen

Fall 198
Die Legende Der Gaukler

Christoph Dittert

Hardcover - 2018.03
ISBN: 9783440148396

eBook - 2018.03
ISBN: 9783440149621

Verlag: Kosmos
Seiten: 144


Kapitel

01. "Helft mir zu gewinnen"
02. Von Zwergen und Dieben
03. Mr Glatzkopf hat ein Problem
04. Das zauberhafte Zauberhändchen
05. Die Legende der zwei Lebenden und der der drei Toten
06. Finsternis am Abend
07. Uralt
08. Vom Heiligkeit zur Finsternis
09. Knusperhäuschen
10. Eine Kirschkernbotschaft und ein rose Muff
11. Justus nimmt es Personen nlich
12. Unheil Alleroten
13. Der finstere Stern geht unter
14. Familientradition
15. Fallensteller
16. "Du bist die Nächste"


"Helft mir zu gewinnen!"

"Ich spiele", sagte der fremde Mann mit dem feinen Anzug und den perfekt gepflegten Fingernägeln. Er war vor zwei Minuten gemütlich auf den Schrottplatz spaziert.
"Und?", fragte Justus.
Der Besucher lächelte und zeigte strahlend weisse Zähne. "Und ihr sollt mir helfen zu gewinnen!"
Die drei ??? Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews waren seit einer halben Stunde dabei, alte Eisenstangen von Onkel Titus' Pick-up zu dem grossen Schrottberg am Rand des Schuppens zu schleppen, um ihre Detektivkasse ein wenig aufzubessern. In der brütenden Hitze des Donnerstagnachmittags waren sie nicht böse über die Störung - obwohl sie nicht im Geringsten durchschauten, was der Fremde von ihnen wollte.
Genau das sagte Bob, der gerade eine der schweren Stangen in der Hand hielt, ihrem Besucher dann auch. "Ich verstehe leider nicht, worum Sie uns bitten. Wir sollen Ihnen helfen zu gewinnen? Was soll das heissen? Wir sind Detektive, wie Sie vielleicht wissen?"
"Das weiss ich sehr wohl! Schliesslich habe ich euch gezielt aufgesucht und war froh, euch gleich hier zu entdecken." Der Fremde zog sein Jackett aus. Darunter trug er ein blütenweisses Hemd. Es war völlig verschwitzt. "Sehr sonnig hier. Ich hab's zwar mit der Sonne, wie ihr erfahren werdet... aber im Moment wäre mir ein Schattenplätzchen lieber, um euch Genaueres zu erzählen."
"Das lässt sich einrichten", antwortete Justus. "Die drei ??? sind für jeden Auftrag offen - sofern es sich um einen Kriminal- oder Rätselfall handelt, was mir bei Ihrem Anliegen nicht sicher zu sein scheint. Dennoch hören wir uns gerne an, was Sie zu sagen haben. Unser Kollege Bob bringt noch die Stange weg, Peter und ich führen Sie derweil schon einmal zur Veranda. Dort können Sie uns alles erzählen, Mr...?" Beim letzten Wort hob er die Stimme.
"Littlehorn", sagte der Fremde. "Elliot Littlehorn. Und ich denke schon, dass ich bei euch richtig bin. Ich hörte, euer Leitspruch sei: Wir lösen jedes Problem."
"Nicht ganz, Sir", stellte Peter klar. "Er heisst: Wir übernehmen jeden Fall."
Littlehorn legte die Hände vor der Brust zusammen, indem er Fingerspitze an Fingerspitze positionierte. "Na, das passt doch prima."
Justus ging voran, und als nach einer Minute auch Bob nachkam, sassen sie schliesslich zu viert im Schatten des jonasschen Wohnhauses auf der Veranda. Tante Mathilda war in der Stadt unterwegs und Onkel Titus sichtete den neu erworbenen Nachlass, zu dem auch die Eisenstangen gehörten, die die drei ??? eben noch ins Schwitzen gebracht hatten. So konnten sie sich ungestört mit ihrem potenziellen Auftraggeber unterhalten.
"Einen Moment", sagte Justus. "Ehe wir beginnen, hole ich etwas zu trinken. Sie sagten zwar, dass Sie es "mit der Sonne haben" - was immer Sie damit genau meinten -, aber da Sie ebenso schwitzen wie wir, kann ein wenig Flüssigkeitszufuhr nicht schaden."
"Ganz im Gegenteil", gab Peter zum Besten. "Meine Kehle fühlt sich an wie Wüstensand im Backofen bei 220 Grad!"
"Nicht sehr treffend formuliert", sagte der Erste Detektiv. "Ein guter Vergleich zeichnet sich dadurch aus, dass es eine gemeinsame Ebene gibt, auf der..."
"Schon klar", unterbrach Peter. "Was ich eigentlich sagen wollte: Ich habe Durst. Und der geht nicht davon weg, dass du uns einen Vortrag über sprachliche Spitzfindigkeiten hältst."
Justus ging mit einem "Ich bin eben gerne korrekt" in die Küche und kehrte kurz darauf mit einem Tablett zurück, auf dem vier Gläser und ein Krug roter Limonade standen. Die Eiswürfel im Krug klimperten verheissungsvoll. Justus schenkte Mr Littlehorn und sich selbst ein Glas ein, seine Freunde bedienten sich selbst.
Sie tranken, und ihr Gast ergriff das Wort. "Das Wichtigste habe ich ja schon gesagt: Ich spiele und ihr sollt mir helfen zu gewinnen. Euer Ruf in Rocky Beach ist hervorragend. Wenn man ein wenig die Ohren offen hält, hört man so einiges Bemerkenswerte über euch."
"Das freut uns", versicherte Justus, "aber ich verstehe immer noch nicht, was Sie von uns erwarten. Sie spielen? Was meinen Sie damit? Eine Sportart? Gesellschaftsspiele?"
"Glücksspiel?", warf Peter ein.
"Und inwiefern könnten wir Ihnen dabei helfen?", fuhr Justus fort, ehe er den Zweiten Detektiv anschaute. "An Glücksspiel glaube ich nicht, da es in Kalifornien verboten ist."
"Lassen wir es Mr Littlehorn doch in Ruhe erklären", schlug Bob vor.
Der nickte. "Gern. Wobei, wenn ich darüber nachdenke... So einfach ist das nicht." Er verzog das Gesicht und suchte offenbar nach den richtigen Worten. "Vielleicht ist es besser, wenn ich es euch zeige. Wenn ihr es mit eigenen Augen seht, versteht ihr am besten. Ja, so ist es am einfachsten. Entschuldigt, dass ich das nicht gleich vorgeschlagen habe. Wobei..." Er nippte erneut an seinem Getränk...

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