Die Drei ??? - Print 203 - Der Dunkle Wächter

Eigentlich sollte Bob in dem einsam gelegenen Haus nur Katzen füttern. Doch dann läuft etwas furchtbar schief. Als sich der dritte Detektiv nicht mehr meldet, tappen Justus und Peter im Dunkeln. Steckt etwa der verschrobene Besitzer des Hauses dahinter?


Die Drei Fragezeichen

Fall 203
Der Dunkle Wächter

Ben Nevis

Hardcover - 2019.03
ISBN: 9783440154939

eBook - 2019.03
ISBN: 9783440157954

Verlag: Kosmos
Seiten: 144


Kapitel
01. Der Auftrag
02. Wasserspeier
03. Katzenfalle
04. Überraschungsgast
05. Dämonen
06. Monsterkrallen
07. Lebenszeichen
08. Botschaft von Bob
09. Das verschwundene Auto
10. Konkurrenz
11. "Hände hoch!"
12. Eine überraschende Nachricht
13. In die Höhle des Löwen
14. Auf leisen Sohlen
15. Ein Eindringling
16. Die Schlinge zieht sich zu
17. In der Hölle
18. Aussichtslos
19. Der Traum von Südamerika

Der Auftrag

"Sie hatte blonde Haare", sagte Peter, "ganz klar!"
"Schwarz!", behauptete Justus.
"Höchstens dunkelblond. Du hast sie doch gar nicht richtig gesehen!"
"Willst du damit sagen, dass..." Justus holte Luft und suchte nach Worten, doch Bob ging dazwischen. Die drei ??? sassen in ihrer Zentrale und wollten eigentlich ganz andere Dinge besprechen als den Besuch von Justus und Peter in einem Sportgeschäft.
"Ist es nicht egal, wie die Verkäuferin im Outdoor World aussah?", fragte der dritte Detektiv.
"Und ausserdem..."
"Nein, ist es nicht!", sagte Peter. "Justus gibt ständig an mit seinem Supergedächtnis! Doch dieses Mal liegt er daneben."
"Liege ich nicht."
"Doch. Weisst du was? Du hast nämlich keinen Blick für Mädchen! Hast dich die ganze Zeit nur für die Technik der Taucheruhr interessiert und nicht für die Frau, die uns das alles erklärt hat."
"Worauf es schliesslich ja auch ankommt, wenn du unter Wasser überleben willst."
"Interessantes Leben gibt es auch an Land!"
"Schluss jetzt!", rief Bob. "Ich rufe im Laden an und frage einfach nach."
Das sorgte für einen kurzen Moment der Stille.
Bob grinste. Auf den Gesichtern von Justus und Peter las er, dass sie es dann vielleicht doch nicht so ganz genau wissen wollten.
"Anrufen? Das kann man doch nicht am Telefon nachfragen", sagte Justus schliesslich.
"Ich weiss auch nicht", murmelte Peter. "Lieber gehen wir noch mal hin, irgendwann."
"Dann ist es vielleicht zu spät", sagte Bob.
"Haare kann man farblich schnell verändern!" Er schnappte sich das Telefon.
Peter rollte mit den Augen. "Bob, bitte", sagte er, "wenn du denen erzählst, dass wir uns hier über die Haarfarbe einer Verkäuferin streiten, kann ich mich da nie mehr blicken lassen."
Doch Bob ignorierte den Einwand. Nach dem fünften Klingelton ging jemand dran. "Bob Andrews hier", sagte der dritte Detektiv. "Dürfte ich mal den Chef oder die Chefin sprechen, bitte?... Ja, danke... Hallo! Bob Andrews. Vorhin waren zwei Freunde von mir bei Ihnen und haben sich über eine Taucheruhr beraten lassen. Ich habe dazu noch eine Nachfrage an Ihre Mitarbeiterin... Ah, ja. Ist das die blonde Kollegin oder die schwarzhaarige? Namen kann ich mir leider... Ach so... Nein, brauchen Sie nicht. Ich komme dazu noch mal vorbei... Ja, das geht besser vor Ort. Vielen Dank!" Bob legte auf und drehte sich um. "Alles klar", sagte er und grinste erneut.
"Und?", fragte Justus, sichtlich froh darüber, dass Bob eine Ausrede benutzt hatte, um an die Information zu kommen.
Doch Bobs Gesicht verriet nichts. "Sag ich euch gleich. Zuerst müsst ihr mir zuhören. Ich wollte euch schon die ganze Zeit beichten, dass ich am Wochenende nicht mitfahren kann. Aber bei eurer Streiterei kam ich überhaupt nicht zu Wort."
"Du meinst, du kannst nicht mit die Küste hoch zum Surfen?", sagte Peter enttäuscht. "Du hast hoffentlich einen guten Grund!"
"Meine Cousine aus Seattle."
"Die, die immer so viel redet?" Mit der Hand machte Justus eine schnappende Bewegung.
"Ja, Mary. Ich muss mich um sie kümmern. Das war alles etwas spontan. Meine Eltern sind ja in Europa und..." Bob sah Justus von der Seite an.
"Oder sollen wir Mary vielleicht auf unseren Trip mitnehmen?"
"Kommt nicht infrage", sagte Justus entschieden.
"Sie... sie ist doch vor allem am Partyleben interessiert. Und auSSerdem haben wir keinen Platz mehr im Camper. Wenn es bei dir partout nicht geht, dann bleibt Peter und mir nichts anderes übrig, als ohne dich zu fahren."
"Hm", machte Bob enttäuscht. Seine Cousine Mary und Justus, das klappte einfach nicht. Spätestens nach fünf Sekunden lagen sie sich in den Haaren. Dann würde er also in den sauren Apfel beissen müssen und mit ihr das Wochenende in Rocky Beach verbringen.
"Zu dritt macht es immer am meisten Spass!", sagte Peter. "Aber auf die Fahrt möchte ich auch nicht verzichten. Wir treffen da noch andere Leute und..." Ebenfalls enttäuscht schlug er mit der Faust auf die Sessellehne.
"Ich weiss", murmelte Bob, "es ist blöd." Peter holte Luft. "Aber los jetzt, Bob, die Haarfarbe! Wer hat recht? Justus oder ich?"...

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