Stephen King - Der Anschlag

Am 22. November 1963 fielen in Dallas, Texas, drei Schüsse. John F. Kennedy starb, und die Welt veränderte sich für immer. Wenn man das Geschehene ungeschehen machen könnte - wären die Folgen es wert?Jake Epping kann in die Vergangenheit zurückkehren und will den Anschlag verhindern.
Jake Epping lebt ein normales Leben, bis sein Freund Al ihm ein grosses Geheimnis enthüllt: Er kennt ein Portal, das ins Jahr 1958 führt. Und Al gewinnt ihn für eine wahnsinnige Mission. Jake soll in die Vergangenheit zurückkehren und das Attentat auf John F. Kennedy vereiteln, um den Gang der Geschichte positiv zu korrigieren. Und so beginnt für Jake ein neues Leben in einer für ihn neuen Welt. Es ist die Welt von Elvis und JFK, von großen amerikanischen Autos und beschwingten Highschool-Tanzveranstaltungen. Es ist die Welt des gequälten Einzelgängers Lee Harvey Oswald, aber auch die der Bibliothekarin Sadie Dunhill, die Jakes grosse Liebe seines Lebens wird - eines Lebens, das gegen alle normalen Regeln der Zeit verstösst. Und je näher Jake seinem Ziel kommt, den Mord an Kennedy rückgängig zu machen, desto bizarrer wehrt sich die Vergangenheit dagegen - mit aller gnadenlosen Gewalt, die sich auch gegen Jakes neue Liebe richtet...

Audiobook
Der AnschlagDer Anschlag
Stephen King

Audiobook - 2012/02
Pub: Random House Audio
Sprecher: David Nathan
Spieldauer: 31:48 Std.
Auszug
Ich war nie das, was man eine Heulsuse nennt.
Meine Exfrau gab meinen "nicht vorhandenen emotionalen Gradienten" als Hauptgrund dafür an, dass sie mich verliess (als ob der Kerl, den sie bei den Anonymen Alkoholikern kennengelernt hatte, ganz nebensächlich wäre). Christy sagte, sie könne mir zur Not verzeihen, dass ich auf der Beerdigung ihres Vaters nicht geweint habe; ich hätte ihn nur sechs Jahre gekannt und könne daher nicht sehen, was für ein wundervoller, grossügiger Mensch er gewesen sei (was beispielsweise ein Mustang-Cabrio zum Highschool-Abschluss bewies). Aber als ich auch auf den Beerdigungen meiner Eltern nicht weinte - sie starben im Abstand von nur zwei Jahren, Dad an Magenkrebs, Mutter an einem Herzschlag bei einem Strandspaziergang in Florida -, begann sie die Sache mit dem nicht vorhandenen Gradienten zu verstehen. "Ich war unfähig, meine Gefühle zu fühlen", wie es im AA-Sprech hiess.
"Ich habe dich niemals weinen sehen", sagte sie in dem ausdruckslosen Tonfall, in dem einem in einer Beziehung der andere den ultimativen Trennungsgrund verkündete. "Nicht mal, als du mir erklärt hast, ich müsste eine Entziehungskur machen, sonst würdest du mich verlassen." Dieses Gespräch hatte etwa sechs Wochen vor dem Tag stattgefunden, an dem sie ihre Sachen packte, sie quer durch die Stadt karrte und bei Mel Thompson einzog. "Mann trifft Frau auf dem AA-Campus" - das ist eine weitere Redensart, die sie bei diesen Meetings haben.
Ich habe nicht geweint, als wir uns verabschiedeten. Ich habe auch nicht geweint, als ich wieder in das kleine Haus mit der grossen Hypothek ging. In das Haus, in das nie ein Baby gekommen war und in das nun auch niemals eines kommen würde. Ich legte mich nur auf das Bett, das jetzt mir allein gehörte, und legte einen Arm über die Augen und trauerte.
Tränenlos.
Aber ich bin nicht emotional blockiert. In diesem Punkt hatte Christy unrecht. Als ich neun war, erwartete meine Mutter mich eines Tages an der Haustür, als ich aus der Schule kam. Sie erzählte mir, dass Rags, mein Collie, von einem Laster totgefahren worden sei und der Fahrer sich nicht einmal die Mühe gemacht habe anzuhalten. Später, als wir ihn begruben, habe ich nicht geweint, obwohl mein Dad mir versicherte, niemand werde deswegen schlecht von mir denken. Aber als sie mir erzählte, was passiert sei, da habe ich geweint. Teilweise, weil dies meine erste Erfahrung mit dem Tod war; hauptsächlich, weil es meine Aufgabe gewesen war, dafür zu sorgen, dass Rags immer sicher im Garten hinter unserem Haus eingesperrt war.
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