House Of Cards
Kartenhaus
Capatin Calhoun

Star Trek

Die Systeme des ehemaligen Thallonianischen Imperiums versinken im Chaos. Alter Hass entbrennt neu. Unbedeutende Tyrannen verfügen plötzlich über tödliche Waffen. Welt um Welt stürzt in Gesetzlosigkeit und Selbstzerstörung. Die Föderation muss ein Raumschiff entsenden, um die neue Grenze zu erforschen, dort Hilfe zu leisten und zu sichern. Dieses Schiff ist die U.S.S. Excalibur, ein runderneuertes Schiff der Ambassador-Klasse, kommandiert von dem ruppigen Captain Calhoun und bemannt mit den Besten und Klügsten der Sternenflotte.

Deutsche Ausgabe

Band 1
Kartenhaus

Peter David
Dt. Bernhard Kempen

Softcover - 2011.02
Pub: Cross Cult
Seiten: 330
ISBN: 9783942649018

eBook - 2011.11
Pub: Cross Cult
ISBN: 9783942649919
Auszug
Im grellen Licht der Sonne von Xenex musterte Falkar die Überreste seiner Truppen und beschloss, die Situation gelassen zu betrachten. "Es kommt häufiger vor, dass jemand den Wunsch verspürt, einen Jugendlichen zu töten", sagte er. "Allerdings werden nicht so häufig Soldaten losschickt, um einen solchen Auftrag zu erledigen."
Die Stimmung unter seinen Männern war erstaunlich gut, wenn man bedachte, dass der Kampf zwischen ihnen und den Xenexianern nicht nur brutal, sondern zudem äusserst unbefriedigend gewesen war. Allerdings nicht sehr unbefriedigend für die Xenexianer.
Die überlebenden Soldaten waren ein ziemlich chaotischer Haufen. Die Rüstungen und die Kleidung hingen ihnen in Fetzen vom Leib. Ihre Waffen verfügten kaum noch über Energie, und während der Flucht vom Schauplatz ihrer letzten Schlappe hatten sie in erster Linie ihre kurzen Schwerter und Messer benutzen müssen, um sich in Sicherheit zu bringen - obwohl es reichlich übertrieben wirkte, von "Sicherheit" zu sprechen. Diese Waffen trugen sie eigentlich nur als Schmuck und Zierde bei sich, als Zeichen ihrer Verdienste. Die meisten Männer hatten sie bestenfalls in die Hand genommen, um sie zu polieren und zur Schau zu stellen. Kaum einer unter ihnen konnte auch nur halbwegs geschickt damit umgehen. Als Falkar die knapp zwei Dutzend Männer musterte, die ihm noch geblieben waren, hatte er das Gefühl, genau zu wissen, was ihnen durch den Kopf ging.
Falkar richtete sich zu voller Grösse auf, und da er fast zwei Meter mass, war der Anblick nicht gerade unbeeindruckend. Seine Haut hatte eine dunkle Bronzetönung - wie bei allen Völkern seiner Spezies -, und er war drahtig. Die ausgeprägten Muskeln waren nicht zu übersehen, aber sie verteilten sich auf so gleichmässige Weise über den Körper, dass seine Stärke trotz der beeindruckenden Grösse leicht unterschätzt werden konnte. Sein Haar war lang und schwarz und normalerweise ordentlich zurückgebunden, doch jetzt hing es ihm in wilden Strähnen über die Schultern. Wer gezwungen war, Hals über Kopf zu fliehen, konnte nur wenig Aufmerksamkeit auf den korrekten Sitz seiner Frisur verwenden.
Er hatte tiefschwarze Augen, eine breite Nase und ausgesprochen scharfe Schneidezähne.
"Vielleicht haben wir dieses Schicksal verdient", sagte er gepresst.
Seine Männer blickten überrascht auf. Falls er beabsichtigte, die zerstörte Moral der Truppe aufzubauen, musste ihm klar sein, dass er es mit solchen Worten niemals erreichen würde.
"Wir haben die Xenexianer über dreihundert Jahre lang beherrscht", sagte er. "In all dieser Zeit hat es niemals einen Aufstand gegeben, den wir nicht schon im Keim ersticken konnten. Niemals wurde unsere Autorität infrage gestellt. Und aus diesem Grund sind wir nachlässig geworden. Wir sind viel zu sehr von Energiewaffen abhängig geworden."
Heyne Ausgabe

Nr. 1
Captain Calhoun

Peter David
Dt. Bernhard Kempen

Softcover - 2000
Pub: Heyne Verlag
Seiten: 328
ISBN: 9783453179301

English Edition

House Of Cards
Peter David

Softcover - 1997.07
Pub: Simon & Schuster
Pages: 168
ISBN: 9780671013950

Buchbesprechung

Story
Wieder einmal ist eines der grösseren galaktischen Imperien der Milchstrasse gefallen.
Und wieder einmal kreisen die Aasgeier ungeduldig über dem Leichnam, um die besten Stücke aus dem Korpus herauszureissen und zu verschlingen.
Gut, dass man da eine Weltraumpolizei namens Sternenflotte hat, die diese Leichenfledderei unterbindet und dafür Sorge trägt, dass die Knochen des alten Staatswesen den Dünger für die Gesellschaft von morgen bilden...
Das thallonianische Reich ist am Ende und deswegen Spielball verschiedener Interessenverbände von innen und aussen. Die Sternenflotte plant zur Aufrechterhaltung der galaktischen Ordnung, ein einziges veraltetes Schiff in das Krisengebiet zu schicken, das so gut es denn geht Hilfe leisten soll. Streitfrage ist während eines Kommandostabmeetings an Bord der USS Enterprise vor allem, wer das Kommando über die sensible Mission erhalten soll.
Auf Initiative Jean-Luc Picards fällt die Wahl schliesslich auf den wenig orthodoxen Freigeist Mackenzie Calhoun. Der Xenexianer, von einer fiesen Narbe im Gesicht entstellt, hat sich in der Sternenflottenspitze nur wenig Freunde machen können und verbringt seine Tage daher mit geheimen Spezialaufträgen, die nicht selten in skandalträchtigen Meuchelmorden enden.
Durch die persönliche Intervention Picards macht er sich schliesslich mit einer ziemlich bunt zusammengewürfelten Crew auf den Weg in die nur spärlich bekannte Region des Alls. Doch unter den Passagieren der USS Excalibur befindet sich ein blinder Passagier, der sich mit dem Zusammenbruch des thallonianischen Imperiums noch nicht abgefunden hat...

Lobenswerte Aspekte
Jörn Podehl hat in seinem Resümee nicht ganz unrecht, wenn er der New Frontier Reihe eine Pionierleistung bescheinigt, denn ohne diese Bücherreihe wären andere wie Vanguard, Titan oder Destiny nicht möglich gewesen.
"Die neue Grenze" ist nämlich tatsächlich so etwas wie eine eigene Serie, die Deep Space Nine, Voyager oder Enterprise in nichts nachsteht:
Es gibt ausgefeilte Charaktere, schlüssige Konflikte und eine nachvollziehbare Rahmenhandlung, dass dieser eigenständigen Reihe zugrunde liegt. Der Nachteil daran ist also nur, dass man auf den Luxus des bewegten Bildes verzichten muss, und selbst die Buchstaben zu Wörtern, die Wörter zu Sätzen und die Sätze zu einem Text zusammenfügen muss.
Eine Hürde, an der scheinbar viele hauptsächlich vom Fernsehen mit der Materie vertrauten Rezipienten bereits scheitern. Dabei ist die Umstellung nicht weiter schwer, handelt es sich bei diesem Stück Star Trek in Buchform um ein den Serien sehr nahestehendes Konzept, das auch nicht auf Action, Humor oder gar Sex verzichtet.
Besonders der charismatische Mackenzie Calhoun bietet als Captain der USS Excalibur ein unheimliches Identifikationspotenzial. Was Sledge Hammer für die Polizei, House für die Ärzteschaft oder Alan Shore für die Anwaltskammer ist, verkörpert Calhoun für die Sternenflotte. Ein Nonkonformist, ein Spassvogel und sogar ein Anarchist.
Um das Publikum nicht völlig zu überfordern, sind mit Elisabeth Shelby, Robin Lefler und Dr. Selar einige aus TNG bekannte Gesichter mit an Bord und wer Kadettenromane wie "Worfs erstes Abenteuer", "Mission auf Dantar" oder "Überleben" bereits gelesen hat, kann auch ein Wiedersehen mit mehr oder weniger sympathischen Figuren wie Mark McHenry, Soleta und Zak Kebron feiern.
Ferner lohnt es sich tatsächlich, dass mal ein alter Kahn der Ambassador-Klasse als Haupthandlungsort herhält. Kein von den achtziger Jahren inspiriertes Schiff der Galaxy-Klasse, kein Sportwagen-gleiches Ungetüm der Defiant-Klasse und auch kein frisch von Stapel gelaufener Superforschungschlitten der Intrepid-Klasse. Endlich hält ein Stück weit Realismus Einzug in die Bücherwelt, denn die Sternenflotte besteht schliesslich nicht nur aus polierten und spzialverchromten Luxuslinern.
Die Serie liegt dabei in den besten Händen. Niemand geringeres als Star-Autor Peter David "Die Tochter des Captain", "Imzadi" oder "Vendetta" ist hauptverantwortlich für diese Reihe und liefert gewohnt solide Kost ab.
So bietet er ein breites Spektrum an Querverweisen zu anderen Serien und Filmen.

Kritikwürdige Aspekte
Über die bekannten Charaktere, die hier etwas Platz bekommen, kann man kaum ein schlechtes Wort verlieren, doch die Liste mit Freunden, die vorbeikommen, um Mackenzie Calhoun Glück zu wünschen, ist so lang wie unglaubwürdig.
So beinhaltet das Wiedersehen neben dem bereits eingangs erwähnten Jean-Luc Picard auch Spock, Admiral Nechayev, Admiral Jellico, Jack Crusher, Beverly Crusher, Troi, Riker, Data oder Worf. Doch den entsprechenden Figuren bleibt innerhalb der Handlung kein angemessener Spielraum.
Das soll einmal an Spock deutlich gemacht werden.
Die Ikone der Franchise wird nämlich wegen einer popeligen Konferenz über das Schicksal einer kaum bekannten Mittelmacht aus dem Gebiet des Romulanischen Sternenimperiums herbeordert, nur um kurz seine Meinung zu Besten zu geben. Er lässt ein paar Spitzen fallen, bringt Nechayev angeblich näher an Picard und verschwindet dann wieder.
Das Zusammentreffen mit Soleta zehn Jahre zuvor ist da schon gehaltvoller, wirkt jedoch reichlich konstruiert. Warum es nun ausgerechnet der legendäre Spock sein musste, der für diesen Auftritt herangezogen worden ist, erschliesst sich kaum. Der Charakter bleibt blass und kann nur in ausgelutschten Wortduellen glänzen, Wie man sie in der Form aus genügend Serien und Filmen bereits zur Genüge kennt.
Berechenbar, einseitig und nur auf eine Facette begrenzt wirkt er farblos, fragwürdig und feindselig. Der Zweiteiler "Geheime Mission auf Celtris", in dem Ronny Cox in dieser Rolle zum ersten und einzigen Mal auftauchte, zeichnete das Bild dieses Mannes im Vergleich dazu ungleich differenzierter. Die Debatte, die David über Autorität ableitet, mündet eher in ein Schwarz Weiss Denken, das in diesem Zusammenhang reichlich deplatziert anmutet.
Doch vielleicht entstammt dieser Widerspruch der Tatsache, dass David die Reihe eng mit seinen drei Beiträgen zur "Starfleet-Kadetten" Reihe verwob.
An manchen Stellen fühlt man sich nämlich tatsächlich stark an diese Kindergeschichten erinnert: Der Autistenpilot Mark McHenry und der transsexuelle Mechaniker Burgoyne bieten nämlich auch an dieser Stelle eine fürchterlich schlecht getarnte Moralkeule, die unverhohlen auf Toleranz abzielt und so offensichtlich abgespult wird, dass wohl nur Kinder und Jugendliche daran kritiklos ergötzen können. Nicht, dass die Thematik heute in irgendeiner Form an Brisanz oder Bedeutung verloren hätte, doch David hat in zahlreichen anderen Werken bereits eindrucksvoll beweisen, dass er in der Lage ist, mit derlei Themen subtiler ans Werk zu gehen.
Im Grossen und Ganzen wirkt der erste Roman der Reihe noch etwas unausgereift.

Zitate
Das Leben entspricht nicht unseren Erwartungen. Das Einzige, was wir erwarten können, ist der Tod. Das Leben ist eine ständige Überraschung.
Si Cwan, S. 78

Et tu, Deanna?
Riker, S. 100

Nichts nimmt ein gutes Ende, Picard. Happy Ends sind eine Erfindung von Fantasten und Narren.
Calhoun, S. 149

Ich würde gern einmal erleben, dass jemand die Redewendung 'bei allem gebührenden Respekt' mit einer Aussage verbindet, die aufrichtig respektvoll gemeint ist.
Jellico, S. 178

Ich bin zwar Offizier, aber keineswegs ein Gentleman
Calhoun, S. 194

Buchbesprechung wurde von Blogger turon47 übernommen

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